Den Landschaftspark Duisburg-Nord kannte ich bislang nur beleuchtet in der Abenddämmerung und ich gestehe, dass ich die Einstellung der konservativen Schrottrobber zu bunten Lichtern mehr und mehr nachvollziehen kann. Beton und Rost haben einen ganz eigenen Charme, wie ich gestern nachmittag mal wieder feststellen konnte.
Interessant fand ich, die Kletterer zu beobachten. Als ich das erste Mal hörte, dass der Deutsche Alpenverein eine Sektion in Duisburg hat, musste ich lachen, aber das zu sehen ist schon beeindruckend. Chapeau!
Natürlich sind wir nicht ohne Figuren im Gepäck gestartet, Linh und Arthur waren dabei. Dazu sollte ich vielleicht mal etwas ausholen und erzählen, wie ich Charaktere entwickle. Aber erstmal zu den Bildern:

Linh hatte ja letztes Jahr schon in Köln gezeigt, wie musikalisch sie ist, deshalb wollte ich mit der Thematik etwas weiter herumspielen. Falls die Gitarre am Ende das Instrument der Wahl sein wird, wird sie allerdings nicht pink bleiben…

Ieeek! Mit Sonnenbrille sieht Arthur ja aus wie Thomas Helmer… das geht nicht.
Okay, also nochmal zu den Charakteren. Manchmal gibt es eine bestimmte Rolle, die ich besetzen will, dann habe ich recht klare Vorstellungen davon, wie die jeweilige Figur in etwa aussehen soll – kein Problem. Ein Besipiel dafür ist Kazuko. Ich wollte eine Asiatin und ich wollte, dass sie eher zurückhaltend und schüchtern rüberkommt. Mit diesen Voraussetzungen bin ich dann bei dem Obitsu-Kopf hängen geblieben.
Manchmal ist es aber dann doch so, dass ich eine Figur habe, die mich anspricht und die ich in die Geschichten einbauen will. Dann kommt die große Frage nach dem „Wie“… Für mich hat sich dazu folgendes Verfahren bewährt:
Ich spiele mit der Bekleidung. Wenn ich dann einen Stil gefunden habe, der mir für die Figur gefällt, fange ich an, Fotos zu machen. Die meisten dieser Fotos gehen nie an die Öffentlichkeit, weil sie alleine dazu gedacht sind, ein Gefühl für die Figur zu entwickeln. Dabei versuche ich, die Figur in verschiedenen Situationen darzustellen und spiele dabei auch noch etwas mehr mit der Bekleidung. Bei diesen Fotoserien kommt dann das Gespür für mögliche Charakterzüge ganz von selbst.
Ich sehe dabei allerdings nicht nur, was mir gefällt, sondern natürlich auch, was mir nicht gefällt. Deshalb habe ich das Foto von Arthur mit Sonnenbrille gezeigt – die Ähnlichkeit mit Thomas Helmer hat mich so angesprungen, dass ich mir sicher bin, dass man Arthur in Geschichten niemals mit einer schmalen Sonnenbrille zu Gesicht bekommen wird.